Physiotherapie

Physiotherapie - was ist das?

 

Die Physiotherapie umfasst als wichtiger Bestandteil des Gesundheitswesens praktisch alle medizinischen Fachbereiche. PhysiotherapeutInnen arbeiten unter Wahrung der ethischen Grundsätze des Weltverbandes für Physiotherapie (WCPT). Die evidenzbasierte, medizinische Entwicklung hat auch die moderne Physiotherapie deutlich weiterentwickelt. Ergebnisorientierte und fundierte physiotherapeutische Interventionen erfolgen im Rahmen eines komplexen physiotherapeutischen Prozesses. Eine umfassende physiotherapeutische Befunderhebung inkl. Anamnese und Analyse (insbesondere von Bewegungsfähigkeit, sensomotorischen Fähigkeiten, motorischer Kontrolle, funktioneller Handlungsfähigkeit, Funktionsfähigkeit von Organsystemen, Alltagsfunktionen, Schmerzzuständen, Arbeits- und Wohnumfeld, sportspezifischen Bewegungsabläufen) stellt die Basis für die Erstellung der physiotherapeutischen Diagnose dar.

Gemeinsam mit der Patientin/dem Patienten werden Therapieziele vereinbart, sowie ein Behandlungsplan erstellt. Mit Physiotherapie soll das Optimum an Bewegungsfähigkeit und körperlicher Funktionalität über die gesamte Lebensspanne erhalten bzw. bei Bedarf (Verletzung, Krankheit, Behinderung, Alter, Umweltbedingungen) wiederhergestellt werden.

PhysiotherapeutInnen führen den physiotherapeutischen Prozess qualitätsgesichert und eigenverantwortlich mit PatientInnen und KlientInnen durch. Sie orientieren sich

dabei an der aktuellen wissenschaftlichen Evidenz und berücksichtigen die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF)

der WHO sowie die Vorgaben des Berufsgesetzes (MTD-Gesetz). Die Behandlungsplanung erfolgt auf allen Ebenen dieser Klassifikation, wobei sich die Behandlungsziele sowohl auf die Körperstruktur-, Körperfunktions- als auch auf die Aktivitäts- und Partizipationsebene beziehen.

 

Ziele der Physiotherapie

Ziel der Physiotherapie ist es, Menschen bei der Erlangung bzw. Erhaltung einer bestmöglichen Lebensqualität zu unterstützen. Der physiotherapeutische Fokus liegt darin, Störungen und Fehlfunktionen vorzubeugen bzw. sie zu beheben oder zu minimieren. Dabei werden alle Systeme betrachtet, die Einfluss auf die Bewegungsfähigkeit des Menschen haben können. Bei der Zielfindung orientieren sich PhysiotherapeutInnen an den ICF-Ebenen Körperstruktur und Körperfunktion, Aktivität und Partizipation und beziehen die vorhandenen Ressourcen der PatientInnen mit ein.

Wesentliche Ziele sind dabei die Förderung von Bewegungsentwicklung und -kontrolle, Erhaltung, Verbesserung und Wiederherstellung von Bewegungsabläufen durch Beeinflussung von Kraft, Koordination, Ausdauer und Beweglichkeit. Darüber hinaus zielen die physiotherapeutischen Aktivitäten auf die Reduktion von Schmerzen, die Optimierung von Körperwahrnehmung, die Vermeidung von Stürzen, die Förderung von Bewegung und gesundheitsfördernden Lebensstilen ab.